Reisetagebuch

29 August

boissezon im sommer

dieses winzige kleine dorf ist voller leben. die familien der einwohner kommen mit kindern, enkelkindern und freunden hierher und machen ferien. die meisten kennen sich seit vielen jahren, und die kinder sind eine laute und wilde rasselbande, die die kleinen gassen unsicher macht und immermal die wohnzimmer besetzt. um mitternacht spielen sie verstecken und sie haben das ganze verwinkelte dorf dafür. tagsüber sind sie oft am fluss, am felsen, wo man einige meter ins wasser springen kann. sie schlafen alle zusammen mal hier mal da, mal am fluss in zelten, mal auf einer grossen terrasse. sie kommen entweder alle zusammen zu borgos haus, um computer zu spielen oder filme zu gucken, oder sie kommen, wenn sie hunger haben, stürzen herein, essen, und rennen wieder heraus, das entstandene chaos bleibt für uns.
es ist so heiss, zikaden lärmen den ganzen tag und die nacht, eidechsen flitzen herum, die hunde liegen in den kühlsten ecken. das wetter steigert sich von heiss bis ganz heiss, dann kommt plötzlich grosser wind und ein gewitter, kurz und heftig, mit regen, der einen in drei minuten total durchnässt, der frösche und kröten in mengen mit sich bringt und der die gassen im dorf in reissende flüsse verwandelt. danach ist es etwas kühler, aber nicht für lange zeit.

wir gehen morgens ganz früh auf die weinfelder von jaques, um für einige stunden zu arbeiten, bis die mittagshitze kommt. wenn luc, jaques sohn, uns um sieben abholt, hat er selbst schon drei stunden auf den feldern verbracht. die trauben hängen schwer am weinstock, und wir verflechten die zweige, binden sie nach oben, so dass die trauben hochgehalten werden. ich werde anfang september auch die weinernte mitmachen, in roquebrun, bei einem anderen weinbauer, der seine trauben nicht mit chemikalien behandelt und den wein noch selbst macht.

und hier sind jetzt die feigen zum zweiten mal diesen sommer reif und süss.


laura und noam in greifswald





tranceparty in den bergen der schweiz











dharmayatra in frankreich



boissezon morgens nach einem gewitter



dorffest



am fluss





06:00:11 - ulrika -

09 June

sonntagmorgen

die nachbarin ist ein frühaufsteher und ruft uns durch das offene fenster zu, ob wir schon wach sind, sie hat aprikosen für uns. die ersten aprikosen aus ihrem garten, und borgo macht den kaffee für sie in untewäsche...
draussen regnet, donnert und blitz der himmel eine kurze zeit später; nach einer woche hitze so heiss, dass ich mich täglich im fluss abkühlen gehe, ist das wunderbar.
es ist die schönste zeit hier, sagen die Leute. noch nicht so viele touristen, die den fluss bevölkern, noch nicht zu heiss und trocken. alles ist voller blumen, es duftet so gut, und auf zwei wochen strahlend blauen himmel kommt ein regentag.

grillade (grillen)
einen abend an einer privaten stelle am fluss mit der jungen wilden generation der gegend, die einen lkw mitbringen für die musik und selbsangebautes marihuana, und wir essen saucisse im baguette an einem grossen feuer. am nächten abend mit der älteren generation auf der terrase, mit tellern und gläsern, salat und dessert, 15 leute sitzen um den tisch. immer ist der rotwein von jaques dabei, bei ihm abgefüllt in karaffen oder auch einfach in plastikflaschen. und so geht es fast jeden abend, die leute essen zusammen, leben zusammen, gärtnern, ernten und machen marmelade zusammen.

gerade ist der blitz eingeschlagen und hat die internetbox hier ermordet. mein liebster ist ein bisschen blass, weil er mal vom blitz getroffen wurde und das grade so überlebt hat.

im lezard fand gestern eine austellung der schulklasse von roquebrun statt, wo es eine kleine schule mit einer klasse von kindern allen alters und eine lehrerin gibt. die bilder sind unglaublich gut, sie sollten einen preis gewinnen. so werden sie einfach mit limonade und kuchen gefeiert, und es wird geld gesammelt für neue farben.

jeden tag esse ich kirschen. es gibt so viele kirschbäume, und sie sind so voll an früchten, es ist paradiesisch.

ich habe mit matthias, in dessen garten ich in einem alten wohnwagen wohne, zwei esel und zwei pferde transportiert. viel herumgefahren, dans le montagne noir, hoch in die schwarzen berge, wo es viel kühler ist und feuchter. es war nicht so leicht, die tiere dazu zu bewegen in den transporter zu steigen, aber als sie dann letztendlich hier in vieussan in ihrem neuen zuhause, einem grossen feld am fluss mit meterhohem duftenden grass ankamen, sind sie vor freude wild herum gerannt.

ich lerne französisch, jeden tag ein bisschen mehr. manche tage sind gute französische tage, an denen mir mancher satz einfach so - ohne darüber nachzudenken aus dem mund fällt; manche tage sind keine französischen, alle worte tanzen im kopf durcheinander, und das richtige ist einfach nicht zu finden. es ist oft frustrierend, aber die leute geben mir viele komplimente und ermutigung und sind immer sehr geduldig.

ich schaue mich nach einem eigenen platz zum wohnen um, nach möglichkeiten geld zu verdienen auch. es gibt ein kleines haus in den bergen nicht weit von hier, zwischen wein und kirschen, das steht leer und ist bewohnbar. und ein kleines hotel im nächsten dorf will mich als masseur für die gäste.... mal schauen wie es weitergeht.
12:01:58 - ulrika -

27 May

in olargue

olargue ist ein grösseres dorf in der nähe















temperatur im mai





mon amour

11:53:03 - ulrika -

26 May

zu hause

things fall into place for now mit jedem erneuten erkennen von schönheit, und dem gefühl von zuhause sein.

die menschen hier sagen mindestens einmal am tag, meistens auf der strasse nach boissezon, wenn man vieussan auf der anderen flusseite am berghang sehen kann, "quelle beau village!" es ist eine art kollektiver freudenschrei.
und so ergeht es mir, je öfter ich die berge betrachte, am fluss entlang klettere, durch die rosenüberwachsenen gassen gehe, je mehr möchte ich hier nie nie wieder weg. verwilderte kirschheine, in denen die zweige so tief hängen, dass mir die kirschen in den mund fallen; versteckte stellen am fluss, der wild in grossen kurven mal ganz ruhig und mal in rauschenden stromschnellen fliesst; und im dorf am morgen einfach aus der tür in die gasse treten, barfuss und ungekämmt um die ecke zur nachbarsterrasse gehen, zum caffee und noch halbverschlafenen - eher seufzenden freudenschrei.

07:18:04 - ulrika -

18 May

vieussan im blumenmer



auf der terrasse des hauses von sylvie und mathias









13:18:16 - ulrika -

09 April

england

wieder in somerset um zu arbeiten, und die umstaende sind eigentlich ganz gut, ein schoenes sehr altes und grosses haus in einem total romantischen englischen dorf, inmitten von hobbithuegeln. meine lady ist sehr wacklig auf den beinen und auch sonst fragil.

ich wuerde nur am liebsten gleich morgen zurueck nach frankreich. irgendwie kann ich mich hier nicht einfinden, weil ich woanders sein will. naja. ich habe es auf fuenf wochen runtergekuerzt und bin dann zur fete de la rose zurueck in vieussan.

06:08:52 - ulrika -

20 March

grüne details


Every day
I see or hear
something
that more or less
kills me
with delight,

that leaves me
like a needle
in the haystack
of light.

It was what I was born for -
to look, to listen,
to lose myself
inside this soft world -
to instruct myself
over and over
in joy,
and acclamation.
Nor am I talking
about the exceptional,
the fearful, the dreadful,
the very extravagant -
but of the ordinary,
the common, the very drab,
the daily presentations.
Oh, good scholar,
I say to myself,
how can you help
but grow wise
with such teachings
as these -
the untrimmable light
of the world,
the ocean's shine,
the prayers that are made
out of grass?


by mary oliver















und nach dem frühjahrsputz....

04:45:12 - ulrika -

18 March

wenn ich mit freunden oder familie telefoniere, werde ich oft gefragt: und? was machst du so den ganzen tag? ich zähle dann die tagtäglichen dinge auf, sowas wie brotbacken, holz stapeln, die beete im garten vorbereiten... oder das, was freude macht, wie die gegend hier zu fuss erkunden, lampen bauen, malen, oder die kleinen jobs, die ich hier finde, jemandem beim haus renovieren helfen, oder die vorträge von opendharma editen... aber irgendwie scheint das den menschen nicht zu reichen und ich frage mich woher diese ansicht kommt, dass der mensch in seinem leben immer etwas leisten und geschäftig sein muss.

gehört der mensch nicht sowieso zu dieser erde, diesem leben, wie jeder andere baum auch, einfach weil er existiert? braucht es so etwas wie eine daseinsberechtigung?
ist es nicht vielmehr der kopf, der ständig beschäftigung, bewegung, erlebnisse und vergnügungen sucht, damit er sich ablenken kann von der erfahrung der wirklichkeit, in der man plötzlich ganz leer und für sich ist, wenn man all dieses tun und machen, und all die beschäftigungen einmal sein lässt?

wer antworten darauf hat, schreibt mir...
ulrika(at)enolla.org
15:02:49 - ulrika -

14 March

blick auf vieussan




blich nach oben in der yurte

07:49:53 - ulrika -

09 March

fest in celle, einem verlassenen dorf



08:00:37 - ulrika -

02 March

mondschein und kerzenlicht




mondschein weil der mond durch das mittelrund der yurte hereinscheint und kerzenlicht, weil ich mal wieder alle in der batterie gespeicherte sonnenenergie am computer aufgebraucht habe.

und so rücken die dinge ins rechte licht...
erst dachte ich, was für ein einfaches leben ich hier doch führe, rauhe hände, schlamm an den schuhen, holz sägend, trinkwasser an quellen abfüllend, regenwasser fürs waschen auf dem holzofen heissgemacht, unter der spüle ein eimer zum draussen ausleeren, elekrizität für ein paar stunden am tag, die toilette im wald und eine zu verkompostierende angelegenheit, schlafzimmer unbeheizt.... und so weiter... aber wenn ich es mir genauer anschaue: was für eine fülle, alles notwendige ist da und funktioniert. nur den allerwenigsten menschen auf dieser erde würden diese lebensumstände einfach oder karg oder unbequem oder gar armseelig erscheinen. 40% der weltbevölkerung hat keinen zugang zu sauberem trinkwasser, 60% leben von unter einem dollar am tag... zwei oder gar drei mahlzeiten am tag, medizinische hilfe, bildung, oder auch nur das notwendigste, dass man eben braucht zum überleben, das ist für die allermeisten menschen nur ein schöner traum, meistens ein lebenslang unerfüllter traum.
es wird solangsam auch dem letzten immer klarer: globalisierung ist institutionalisertes verbrechen gegen die menschheit, in den heutigen sogenannten modernen zeiten werden noch immer menschen praktisch versklavt und die erde ausgebeutet von dominierenden kräften der sogenannten freien welt. die neue rechtfertigung heisst freier markt. wenn ich mir vorstelle, dass die meisten menschen dieser erde in auswegslos bitteren situationen leben, dass armut immer noch wächst, dass der schnitt zwischen arm und reich immer noch grösser wird, dass soviele menschen immer noch hunger leiden, dann verstehe ich wirklich die welt nicht, das ist mir unbegreiflich. es ist eine riesige katastrophe, ein vom menschen erschaffenes, vom profitmachen angetriebenes und alles auffressendes monster, das immer grösser und komplexer wird in seinen beutezügen und das dabei lächelt. die meissten menschen leben in einer ungerechten und harten welt, unser komfort im reichen teil der welt geht auf kosten des ärmeren. mehr oder weniger gut maskiert.

es ist so erschreckend, aber ich verzeifle nicht darüber, das wäre ja auch zu einfach. ich will einfach nur anders leben, anders sehen.

also was sind denn dinge, die wir tun können? soviele sagen zu oft, da ist ja nix, was ich tun kann... das ist ganz und gar nicht der fall, es gibt tausend wege, etwas zu verbessern.

zum beispiel recycling: müll trennen und ganz vermeiden, kompost machen, jemanden finden, der einen garten hat und kompost braucht, wiederaufladbare batterien, medikamente und chemikalien korrekt entsorgen...

zum beispiel konsumieren: gute produkte kaufen, man kann sie nach langem suchen finden zwischen den millionen nutzlosen dingen, ein paar wenige produkte, die auf langlebigkeit und reparaturfähigkeit ausgerichtet sind, es sind nicht viele... schauen, wo die dinge hergestellt sind und billigprodukte einfach nicht mehr kaufen, h&m oder tschibo boykottieren, wenn man dann einmal weiss unter welchen bedingungen die in bangladesch hergestellt werden. konsumenten haben eine wahl und eine kraft.

unabhängige medien benutzen, um sich zu informieren. sich ein eigenes bild machen.

nachbarschaften einen sinn geben...

verlangsamen, so dass die bewegungen eines käfers wieder spannend sein können, nicht nur der abendliche krimi im fernsehen.

autos teilen, gemüse pflanzen, neues erfinden, kreeiren, vom weg abgehen, erkunden, aufwachen, lebendig sein, das unbekannte im alltäglichen suchen, lächeln verschenken auf der strasse, verrückt sein, grosszügig, glücklich ohne einen besonderen grund, oder traurig und willens es ganz zu spühren, sich wirklich begegnen, verletzlichkeit zeigen, konstruiertes zerstören, wild wachsen........

hier ist es frühling seit mitte februar. die leute sagen, ach so spät! und du hattest kein glück, es war ein harter winter dieses jahr... jetzt blühen die mandelbäume und die mimose, frisches gras wächst und die ersten blumen, wilde calendula. wir sitzen draussen mit sonnenhut...
08:05:29 - ulrika -

17 February

sturm






der sturm dauerte drei tage und nächte. jetzt kann ich wirklich sagen, ich bin ganz schön durch den wind. ich war darauf vorbereitet und mir auch bewusst, dass eine yurte in ihrer flexiblen bauart sehr stabil ist obwohl sie sich im sturm bewegt. trotzdem war ich drei tage und nächte innerlich sehr angespannt und beunruhigt, es ist eine tiefsitzende urangst, den kräften der natur ausgeliefert zu sein. und wenn der wind wie in wellen immer und immer von neuem von fern beginnend langsam anschwellend durch den wald angesaust kommt, lauter und lauter werdend, dann mit grossem getöse gegen die yurte stürmt, am tuch reisst, das holz knarren lässt und sogar an den bodenbrettern zieht, weil an denen das mittelrund des daches befestigt ist... ich konnte wirklich nicht viel anderes machen, um mich abzulenken, nur warten, irgendwie mit meiner angst, nervosität und sorge klarkommen.
jetzt ist der sturm vorbei, die natur ist wieder wunderbar friedlich und sanft, und ich erhole mich auch. es sind nur ein paar tage sturm, und zwei dreimal ein paar tage unter null grad mit ein bisschen puderschnee, ansonsten ist der winter hier mild und sonnig. unten im tal holen die menschen wintergemüse aus ihren gärten, es hängen noch jetzt im februar orangen und mandarinen an den bäumen und im sommer wachsen feigen, kiwis, avocados, granatäfpel und zitronen, oliven und esskastanien... ein paradies, nur gibt es ein wasserproblem. und wie in vielen orten der erde verschlimmert es sich seit ein paar jahren rapide. im frühling, sommer und herbst regnet es fast gar nicht und viele quellen und flüsschen trocknen aus. hier in la source, dem zuhause von kiet und sandra, meinen beiden freunden, die gerade für drei monate in vietnam sind und die die yurten gebaut haben, gibt es kein wasser, also sammeln sie regenwasser gefiltert in eine zisterne, aus der es dann zum wasserhahn in die yurte geleitet wird. trinkwasser fülle ich an einer quelle in viele container und bring diese mit dem auto hier hoch. man würde vielleicht denken, oh je wie umständlich, aber ich erlebe, wie gut es tut, wasser als kostbarkeit wahrzunehmen. es ist tatsächlich soviel befriedigender, mit wasser unendlich sparsam umzugehen, als es im überfluss zu gebrauchen. einfallsreichtum macht es möglich mit immer weniger und weniger wasser auszukommen. viele menschen hier haben trockentoiletten und ihre selbst angelegten wasseraufbereitungsanlagen für ihr nutzwasser. in teichen wird das wasser auf natürliche weise von pflanzen und mineralien gereinigt, indem es von einem teich langsam zu einem anderen fliesst. dieses bewusstsein für die ressourcen der natur ist so wichtig, nur ist es schwer in einer stadt lebend damit in kontakt zu sein. (meine liebe frendin miri sammelt das badewannenwasser ihrer beiden mädchen, um es später für die toilette als spühlwasser zu benutzen. ich hab darüber erst gelächelt, aber jetzt bewundere ich ihre bemühung. es ist wirklich unglaublich, wie viel wasser man einfach so gebraucht, ohne darüber nachzudenken... wo kommt es her, wohin geht es, was passier mit dem wasser bevor es wieder gebraucht wird...) auch holz ist hier eins der kostbaren dinge. zwar gibt es holz im überfluss; ein freund sagte, dass hier eher der wald im begriff ist die menschlichen räume zu erobern als umgekehrt, aber mit holz nicht verschwenderisch zu sein, spart die eigenen kräfte. holz wärmt mindestens zweimal, einmal es zu sägen, zu schleppen, zu stapeln, und ein zweites mal wenn es im ofen ist...

und ich liebe die einfachheit eines solchen lebens mit dem land; es ist reduziert auf das, was mir wichtig scheint. im still sein ist mehr zu hören, im weniger wollen ist mehr zu finden.
manchmal ist es so gut und manchmal auch nicht leicht, so ganz allein mit sich zu sein. die aussicht auf die berge um mich herum finde ich wiedergespiegelt auch im innern, berge und höhen, täler und abgründe. jedenfalls ist alles eine frage des state of mind... jedes kleinste detail dieser welt ist durch die innere verfassung auf diese oder jene weise erfahrbar...
08:53:38 - ulrika -

22 January

gleich rechts die kueche, dann der ofen, der aus einem jules vernes buch zu kommen scheint, dann, hinter dem hoelzernen paravan, das badezimmer, ein badezuber mit wasser und eine kleine badewanne..., dann da hinten, da wo die vielen decken haengen, ist der durchgang zur kleinen yurte. es ist ein bisschen wie in einem maerchen hier...

wenn ich aus der tür trete, sind da berge und wälder, und es ist so still; ich höre vögel zwitschern und den wind durch die bäume streichen, von fern manchmal einen bellenden hund, eine motorsäge oder ein auto und sonst nichts, nur stille. es ist so friedlich, wenn die zeit stillsteht, der moment aufplatzt und allen raum einnimmt, von diesem südlichen licht durchflutet.

06:24:49 - ulrika -

07 January

angekommen im winterquartier oder warum es gut ist, immermal wieder auf komfort zu verzichten

es dauert ein paar tage, genauer gesagt ein paar sich nach wegrennen anfuehlende erste stunden und ein paar tage, in denen ich zwischen zweifeln und zuversicht schwanke. ein paar tage hinundhergerissenheit, irgendwo zwischen enthusiasmus und verzweiflung, bis die gedanken in meinem kopf sich beruhigen und das, was eben noch als unmoeglich beurteilt und gefuerchtet war, sich als moeglich und ganz harmlos herausstellt.
es muss nicht zwingend 20 grad zimmertemperatur in der grossen wohnyurte haben, damit ich mich wohl fuehle. in der kleinen schlafyurte ist es in einem grossen federbett tatsaechlich absolut wohlig und heiss, obwohl ich diese yurte ueberhaupt nicht beheize, und sie aussentemperatur hat. erst dachte ich, das koennte ich gar nicht, in einem solchen kuehlschrank schlafen, aber es ist voellig unproblematisch, und zeigt mir somit, wie komfort mich eingefangen, weich gemacht und eingeschlaefert hat. es ist schoen komfort zu geniessen, (und geniesst es wirklich! ...die heisse dusche am morgen...) aber ich moechte so wenig wie moeglich von komfort abhaengig leben. deswegen sind diese uebungen gut, die den bereich in dem ich komfortable und entspannt leben kann (null grad schlafzimmertemperatur), ausdehnen.

....trotzdem... es ist nicht leicht und der moment, in dem ich im vom holzofen erhitzten badewannenwasser sitze, ist ein wirklich grandioser augenblick. so nah der natur, mit kalter luft, trockenem, gefrorenem gras, steinen, holz, wird alles einfacher und immer kostbarer.


ein paar abenddaemmerungsbilder der yurten und der aussicht auf die berge hier










laura am rhein in basel ganz frueh am morgen des zweiten reisetages.


09:09:06 - ulrika -

16 December

quebec-winter



winterwald




mit benoit unterwegs
ich habe lange nicht soviel schnee gesehen. und hier ist das ganz normal zwischen dezember und märz, der schnee wird wohl auch in dieser zeit nicht schmelzen, es sind schon jetzt bis minus 18 grad tagsüber. an den strassenrändern türmen sich schneeberge, autos parken irgendwie dazwischen, sind oft völlig eingeschneit und die ausparkmanöver der einheimischen sind sehr gekonnt. benoit hat auch viel spass damit und mit dem rumrutschen und gleiten und drehen des autos bevor es wintereifen bekommt. aber selbst mit winterreifen bringt er es in schwierigkeiten...:) nachts werden in den städten dann parkverbotsschilder auf einer strassenseite aufgestellt und es kommen riesige maschinen und trucks, die den schnee abtransportieren zu schneedepots, die es überall gibt. benoit meint, der schnee dort ist bis juni noch nicht geschmolzen.


13:09:07 - ulrika -